Lichtwart: Smarte Gebäudesteuerung für Retail und Industrie
Lichtwart vernetzt Tankstellen, Autohäuser und Supermärkte mit Servicetechnikern. Die Retrofit-IoT-Lösung hilft, Verschwendung zu vermeiden und Energiekosten zu senken.
Bis Ende 2026 müssen alle Wärmemengenzähler in Deutschland und Europa vernetzt sein. Elvaco unterstützt Stadtwerke bei dieser Herausforderung mit NB-IoT-Retrofit-Modulen, passend für verschiedenste Hersteller, und Telekom-Mobilfunk.
Foto: © Heizraum | Elvaco
Bis Ende 2026 tickt die Uhr für Energieversorger in Europa: Die Fernwärmeverordnung (siehe Infobox) schreibt vor, dass sie ihren Kunden eine monatliche Abrechnung bereitstellen müssen. Das heißt in der Praxis: Alle Wärmemengenzähler müssen aus der Ferne auslesbar sein – denn eine manuelle monatliche Ablesung ist personell nicht zu bewältigen. Stadtwerke, regionale Versorger, Messtellenbetreiber und Wohnungsbaugesellschaften stehen also vor der Herausforderung, neue Zähler zu installieren oder - mit Nachhaltigkeit im Fokus - ihre bestehenden Zähler zu digitalisieren.
Die europäische Energieeffizienz-Richtlinie EED (Energy Efficiency Directive) verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, den Energieverbrauch bis 2030 deutlich zu reduzieren. Ein zentraler Baustein: Verbraucher sollen transparente und regelmäßige Informationen über ihren Energieverbrauch erhalten. Die EED schreibt vor, dass Endkunden bis ab Ende 2026 monatliche Verbrauchsinformationen für alle Energieträger wie Strom, Gas, Wasser, Heizung und Fernwärme bekommen müssen. Deutschland hat diese EU-Vorgabe durch verschiedene nationale Verordnungen umgesetzt. Die FFVAV (Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und Abrechnungsverordnung) regelt seit 2021 die Fernauslesung und monatliche Abrechnung speziell für Fernwärme und Fernkälte. Damit die Versorger diese Anforderungen erfüllen können, müssen alle Zähler aus der Ferne auslesbar sein – eine Aufgabe, die ohne IoT-Technologie kaum nicht zu bewältigen ist.
Die gute Nachricht: Viele dieser Zähler sind technisch einwandfrei und müssen nicht ersetzt werden. Meist lassen sie sich einfach digital aufrüsten. Hier kommt Elvaco ins Spiel. Das schwedische Unternehmen hat sich seit über 15 Jahren auf Konnektivitätsmodule spezialisiert, die bestehende Energiezähler nachträglich mit der Cloud vernetzen. Dieses Retrofit-Prinzip ist denkbar einfach: Funkmodule in Form von Steckkarten lassen sich in die Standardschnittstelle der meisten Wärmemengenzähler einsetzen und machen aus teils seit Jahren laufenden Geräten moderne Smart Wärmezähler. Die Module enthalten eine SIM-Karte der Telekom mit NB-IoT-Technologie (siehe Infobox). Einmal installiert, übertragen die Zähler automatisch ihre Daten, ohne dass ein Ableser vor Ort sein muss.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Alte, aber zuverlässige Zähler können – zum Beispiel im Zuge eines Eichtests, der ohnehin alle sechs Jahre durchgeführt werden muss – mit moderner Funktechnik aufgerüstet und erneut verbaut werden. Das schont nicht nur das Budget der Versorger, sondern in Zeiten von Rohstoffknappheit und steigenden Materialkosten auch die Umwelt. Zudem entfällt der logistische Aufwand, tausende Zähler auszutauschen.
Für seine Expansion in Europa benötigte Elvaco eine Vernetzungslösung, die auf dem ganzen Kontinent funktioniert. Die Deutsche Telekom überzeugte mit einem zuverlässigen NB-IoT-Netz, das dank eigener Infrastrukturen und Roaming-Partnerschaften eine europaweite Abdeckung bietet.
Vor der Einführung von NB-IoT setzten Versorger auf 2G und GPRS zur Vernetzung von Wärmezählern. Das Problem: In Deutschland verfügen Fernwärmezähler – im Gegensatz zu Schweden – nicht über einen Stromanschluss. Also führte der Weg über ein Gateway, das die Daten mehrerer Zähler einsammelt und gebündelt sendet. Das Gateway wiederum benötigte eine Stromversorgung, was die Installation deutlich erschwerte.
Mit NB-IoT ist das Geschichte: „Jetzt drückt ein Techniker einen Knopf am Modul, und der Zähler verbindet sich automatisch mit der Cloud“, sagt Florian Schmidt, Head of Sales OEM, DACH & BeNeLux bei Elvaco. „Punkt-zu-Punkt-Übertragung, ohne zusätzliche Infrastruktur. Die schmale Bandbreite von NB-IoT reicht für die übertragenen Datenmengen vollkommen aus.“
Der Mobilfunkstandard NB-IoT (NarrowBand Internet of Things) wurde speziell für IoT-Anwendungen entwickelt. Er bietet mehrere Vorteile, die ihn zur idealen Lösung für die Fernwärmemessung machen:
Die Elvaco-Module messen stündlich und senden die gesammelten Daten einmal am Tag in die Cloud. Übertragen werden Energieverbrauch, Vorlauf- und Rücklauftemperatur sowie Alarme: Defekte Zähler, falsche Installation oder Leckagen werden sofort gemeldet und ermöglichen ein proaktives Rohrnetzmonitoring. Versorger können Probleme erkennen und beheben, bevor Kunden betroffen sind. Ist beispielsweise die Rücklauftemperatur ungewöhnlich hoch, deutet das auf eine falsch eingestellte Übergabestation hin. Energie wird durchs System gepumpt, die niemand benötigt – eine teure Verschwendung, die sich mit aktuellen Daten vermeiden lässt.
Die Digitalisierung der Fernwärmezähler bringt Vorteile für alle Beteiligten. Stadtwerke und Versorger können dank Smart Metering die gesetzlichen Anforderungen fristgerecht erfüllen und monatlich abrechnen. Die Fernablesung entlastet zudem das Personal erheblich. Statt Ablesetermine zu koordinieren und Zähler vor Ort abzulesen, können sich die Fachkräfte auf ihre Kernaufgaben konzentrieren: Einbau, Austausch, Eichfristen, Wartung und Optimierung des Fernwärmenetzes.
Auch für Mieter und Endkunden verbessert sich die Situation. „Sie müssen nicht mehr auf Ablesetermine warten und erhalten außerdem transparente Informationen über ihren Energieverbrauch“, sagt Schmidt. „Das schafft Bewusstsein und kann zu einem sparsameren Umgang mit Energie führen. In Zeiten hoher Energiepreise ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor.“ Industriekunden profitieren ebenfalls: Die Verbrauchsdaten lassen sich in ihr Energiemanagement integrieren. Verbrauchsprofile helfen, Einsparpotenziale zu identifizieren und Prozesse zu optimieren.
Die Module können vom Hersteller per Firmware-Update over-the-air (FOTA) auf dem neuesten Stand gehalten werden. Sicherheitsupdates, neue Verschlüsselungsverfahren oder zusätzliche Funktionen lassen sich aufspielen, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss. Das erhöht die Datensicherheit und verlängert die Lebensdauer der Geräte.
Für Elvaco war die europaweite Verfügbarkeit des Telekom-Mobilfunks ein entscheidendes Kriterium für die Zusammenarbeit. So muss das Unternehmen nicht in jedem Land neue Verträge aushandeln: ein Anbieter, ein SIM-Kartenmodell, ein zentraler Ansprechpartner – das spart Zeit und Aufwand. Die Telekom arbeitet mit mehr als 600 zertifizierten Roaming-Partnern weltweit zusammen. Das garantiert zuverlässige Konnektivität auch in Ländern, in denen die Bonner kein eigenes Netz betreiben. Für Elvaco bedeutet das: maximale Flexibilität beim internationalen Roll-out.
Die Telekom arbeitet bereits mit mehreren Partnern zusammen, die Elvaco-Module nutzen. Ein Beispiel ist Enercity, ein Energieversorger aus Hannover. Enercity setzt die Elvaco-Module in Kombination mit der Cloud of Things ein. Die IoT-Plattform der Telekom ermöglicht es, alle Geräte zentral zu verwalten sowie Zählerdaten zentral zu sammeln, auszuwerten und über API-Schnittstellen in bestehende Systeme zu integrieren.
"Als schwedischer Metering Konnektivitäts-Experte, der weite Teile des europäischen Kontinents bedient, installieren wir Geräte in vielen verschiedenen Ländern und müssen daher auf eine Vielzahl von Netzwerken zugreifen. Mit der Telekom haben wir neben der umfangreichen Roaming-Präsenz auch eine direkte Verbindung zu Netzwerkexperten, die großartige und schnelle Unterstützung bieten. Aus operativer Sicht ist das sehr wertvoll."
Erik Wikström, CEO Elvaco AB
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Seit 2016 ist Kerstin Teil der IoT-Reise bei der Deutschen Telekom. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Marketing- und Kulturprojekten begleitet – immer mit dem Ziel, IoT greifbar und relevant zu machen. Dabei bringt sie komplexe Themen in eine verständliche, nutzerorientierte Sprache und rückt vor allem echte Kundenerfolge in den Mittelpunkt. Im IoT-Blog stellt sie ausgewählte Use Cases und Referenzen vor und zeigt, wie Unternehmen mit IoT messbaren Mehrwert erzielen.
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