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smartcustos: Von der smarten Glockensteuerung zur IoT-Plattform für Kirchen

Das hessische Unternehmen smartcustos vernetzt Glocken, Heizung, Klima, Lüftung und Gebäudetechnik in Kirchen per IoT – zentral steuerbar per Kalender, Smartphone oder PC.

Kirchenraum mit Altar, Mikrofon und digitalem Bedienpanel im Vordergrund.

In Kürze

  • IoT-Glockensteuerung per Kalender: Läuten automatisiert, flexibel steuerbar per Smartphone oder PC – ideal für Kirchen mit knappen Ressourcen.  
  • Adaptive Retrofit-Heizung: Das System nutzt Termine, Wetter- und Gebäudedaten für bedarfsgerechtes, energieeffizientes Heizen.  
  • Klima, Lüftung & Workflows: Sensorik, Feuchtealarme, wetterabhängige Lüftung sowie Licht, Türen und externe Zugriffe über eine Plattform. 

Vom Glockenläuten zur IoT-Plattform für Kirchen

Manchmal ergibt sich aus dem glücklichen Aufeinandertreffen einer interessanten Geschichte mit einer guten Idee ein neues Geschäftsmodell – so etwa beim Adiutor Hub, der IoT-Plattform von smartcustos für kirchliche Gebäude. Die Geschichte geht so: In der kleinen Kirchengemeinde Rohr im Südwesten von Thüringen macht sich eine ältere Dame tagein, tagaus bei Wind und Wetter auf den Weg zum Kirchhof, um für Messen und Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen das Glockengeläut zu aktivieren. Anschließend geht sie wieder nach Hause, nur um kurze Zeit später erneut zur Kirche aufzubrechen und das Läuten wieder zu beenden. Kai Kerwel, IT-Leiter des hessischen Maschinenbauers corosys, kommt diese Geschichte zu Ohren – und er hat die zündende Idee: Eine aus der Ferne programmierbare Glockensteuerung muss her.

Kirchliche Abläufe von der Glockensteuerung über die Gebäudetechnik per Kalender steuern

Was als digitale Glockensteuerung begann, wurde in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt zu einer umfassenden Lösung für kirchliche Standorte weiterentwickelt. So geht der Ansatz inzwischen deutlich weiter. Der Kalender wird zur zentralen Workflow-Plattform für kirchliche Abläufe und Gebäudetechnik: Ein Termin steuert nicht nur das Läuten, sondern auch Heizung, Lüftung, Klima, Licht und zeitlich begrenzte Zugriffe für externe Dienstleister. So lassen sich Abläufe rund um Gottesdienste, Trauerfeiern, Konzerte oder Proben automatisch vorbereiten. 

Für Pfarrer, Küster oder ehrenamtliche Helfer entfällt damit viel manueller Aufwand. Gerade für Pfarreien mit mehreren Kirchen ist der Ansatz interessant: Mehrere Standorte lassen sich zentral über eine Plattform planen, automatisieren und aus der Ferne steuern. Muss beispielsweise kurzfristig eine Trauerfeier stattfinden, wird der Termin im Kalender eingetragen – und die passenden Abläufe werden automatisch vorbereitet.

Auch Licht, Türen und Schließsysteme lassen sich über denselben Kalender-Workflow einbinden und terminbasiert steuern – ein Ansatz, der speziell auf die Abläufe kirchlicher Gebäude zugeschnitten ist.

Möglich macht dies die Vernetzung des Adiutor Hub über Mobilfunk der Telekom. Aufwendige IT-Infrastruktur vor Ort ist nicht nötig; das Gerät wird einmalig eingerichtet und kann anschließend über vertraute Kalenderanwendungen zentral gesteuert werden. „Unser Ziel ist eine Lösung, die im Alltag der Kirchengemeinden wirklich funktioniert: einfach bedienbar, zentral steuerbar und flexibel erweiterbar“, sagt Geschäftsführer Kai Kerwel. 

„Mit der IoT-Infrastruktur der Telekom können wir unsere Lösung zuverlässig und skalierbar in Kirchen einsetzen. So werden Glocken, Heizung, Klima, Lüftung und Abläufe intelligent vernetzt – ohne komplexe IT-Projekte vor Ort.“ 

Kai Kerwel, Geschäftsführer SmartCustos UG

Effizient läuten, heizen und belüften

Zur Plattform gehört auch ein Sensoren-Set. Die Sensoren können im Kirchenraum, an der Orgel oder an weiteren relevanten Stellen platziert werden und messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das im Steuergerät integrierte Mobilfunkmodul mit IoT-SIM-Karte der Telekom überträgt die Messdaten automatisch in die smartcustos-Cloud, wo sie vom Kirchenpersonal zentral abgerufen werden können.

Die Klimadatenerfassung wurde deutlich erweitert: Neben der kontinuierlichen Messung erfolgen Schwellwert- und Trendanalysen, die frühzeitig vor kritischer Feuchtigkeit warnen. Schutzfunktionen wie Temperaturgradienten-Überwachung und Feuchtealarme helfen, Orgeln, Kunstwerke, Inventar und Bausubstanz vor kritischen Klimaverläufen zu schützen. Zusätzlich dokumentiert das System Betriebszeiten und Zustände von Heizung, Fenstern und Lüftungsanlagen – eine wichtige Grundlage für Auswertungen und energetische Optimierungen. 

Bestehende Heizungsanlagen können per Retrofit angebunden oder ersetzt werden. Vorheizen und Nachlauf erfolgen automatisch auf Basis von Kalendereinträgen, Nutzungskategorien, Innen- und Außentemperaturen. Das adaptive Heizmodell berücksichtigt Gebäudedaten, Wetterdaten und Erfahrungswerte aus vergangenen Heizzyklen. So wird nicht pauschal geheizt, sondern bedarfsgerecht und möglichst energieeffizient. Die Kirche kann dadurch vor Gottesdiensten, Konzerten oder Trauerfeiern punktgenau temperiert werden. 

Auch die Lüftung lässt sich intelligent steuern. Das System berücksichtigt Innen- und Außenklima sowie Wetterdaten. Fenster, Lüfter oder Luftklappen können automatisch geöffnet, gekippt oder geschlossen werden. Bei Regen, Sturm oder Frost verhindert das System automatisch eine ungeeignete Lüftung. Dabei bewertet die Plattform nicht nur Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, sondern auch, ob Lüften tatsächlich zur Verbesserung des Raumklimas beiträgt. So wird nur dann gelüftet, wenn es dem Gebäude und dem Raumklima wirklich hilft.

„Die Mitarbeiter der Telekom haben viele Ideen beigesteuert“, sagt Kerwel. Aus der ursprünglichen Glockensteuerung ist inzwischen eine IoT-Plattform für kirchliches Gebäudemanagement entstanden: Heizung, Klima, Lüftung, Licht und Zugänge lassen sich über Kalender, Sensorik und sichere Mobilfunkkonnektivität vernetzen. „So helfen wir Gemeinden, Energie gezielter einzusetzen, historische Gebäude besser zu schützen und Abläufe trotz knapper Ressourcen zuverlässig zu automatisieren.“ 

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Kerstin Koch

Marketing Managerin IoT

Seit 2016 ist Kerstin Teil der IoT-Reise bei der Deutschen Telekom. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Marketing- und Kulturprojekten begleitet – immer mit dem Ziel, IoT greifbar und relevant zu machen. Dabei bringt sie komplexe Themen in eine verständliche, nutzerorientierte Sprache und rückt vor allem echte Kundenerfolge in den Mittelpunkt. Im IoT-Blog stellt sie ausgewählte Use Cases und Referenzen vor und zeigt, wie Unternehmen mit IoT messbaren Mehrwert erzielen.

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