Zur Plattform gehört auch ein Sensoren-Set. Die Sensoren können im Kirchenraum, an der Orgel oder an weiteren relevanten Stellen platziert werden und messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das im Steuergerät integrierte Mobilfunkmodul mit IoT-SIM-Karte der Telekom überträgt die Messdaten automatisch in die smartcustos-Cloud, wo sie vom Kirchenpersonal zentral abgerufen werden können.
Die Klimadatenerfassung wurde deutlich erweitert: Neben der kontinuierlichen Messung erfolgen Schwellwert- und Trendanalysen, die frühzeitig vor kritischer Feuchtigkeit warnen. Schutzfunktionen wie Temperaturgradienten-Überwachung und Feuchtealarme helfen, Orgeln, Kunstwerke, Inventar und Bausubstanz vor kritischen Klimaverläufen zu schützen. Zusätzlich dokumentiert das System Betriebszeiten und Zustände von Heizung, Fenstern und Lüftungsanlagen – eine wichtige Grundlage für Auswertungen und energetische Optimierungen.
Bestehende Heizungsanlagen können per Retrofit angebunden oder ersetzt werden. Vorheizen und Nachlauf erfolgen automatisch auf Basis von Kalendereinträgen, Nutzungskategorien, Innen- und Außentemperaturen. Das adaptive Heizmodell berücksichtigt Gebäudedaten, Wetterdaten und Erfahrungswerte aus vergangenen Heizzyklen. So wird nicht pauschal geheizt, sondern bedarfsgerecht und möglichst energieeffizient. Die Kirche kann dadurch vor Gottesdiensten, Konzerten oder Trauerfeiern punktgenau temperiert werden.
Auch die Lüftung lässt sich intelligent steuern. Das System berücksichtigt Innen- und Außenklima sowie Wetterdaten. Fenster, Lüfter oder Luftklappen können automatisch geöffnet, gekippt oder geschlossen werden. Bei Regen, Sturm oder Frost verhindert das System automatisch eine ungeeignete Lüftung. Dabei bewertet die Plattform nicht nur Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, sondern auch, ob Lüften tatsächlich zur Verbesserung des Raumklimas beiträgt. So wird nur dann gelüftet, wenn es dem Gebäude und dem Raumklima wirklich hilft.
„Die Mitarbeiter der Telekom haben viele Ideen beigesteuert“, sagt Kerwel. Aus der ursprünglichen Glockensteuerung ist inzwischen eine IoT-Plattform für kirchliches Gebäudemanagement entstanden: Heizung, Klima, Lüftung, Licht und Zugänge lassen sich über Kalender, Sensorik und sichere Mobilfunkkonnektivität vernetzen. „So helfen wir Gemeinden, Energie gezielter einzusetzen, historische Gebäude besser zu schützen und Abläufe trotz knapper Ressourcen zuverlässig zu automatisieren.“